Magento vs WooCommerce – Die Vorteile beider CMS

Regelmäßig werden wir gefragt, was wir in der Onlineagentur pro! für das beste Shop-CMS halten. Diese Frage lässt sich nicht ganz einfach beantworten, da es mittlerweile viele sehr interessante CMS am weltweiten Markt gibt. Jedoch gibt es zwei von uns präferierte Systeme, welche wir im folgenden Artikel gegenüberstellen wollen. Dabei handelt es sich um Magento und WooCommerce. Wie ihr sehen werdet, gibt es eine Vielzahl an Vorteilen von beiden Shopsystemen, welche gemäß builtwith.com im September 2017 zusammen etwa auf 45% der weltweit existenten Shop-Websites eingesetzt werden.    

Magento CMS 

Magento ist eine der bekanntesten Onlineshop-Lösungen und wurde im Jahre 2008 am Markt erstveröffentlicht. Mit Stand 2016 wird Magento auf 1.3% aller Websites weltweit verwendet und ist damit die meist verwendete reine Onlineshopsoftware. Wenn man auf die Nutzerstatistiken von builtwith.com vertraut, wird Magento derzeit auf 13% der Top-100.000-Webseiten eingesetzt und hält damit den zweiten Platz hinter WooCommerce.

Magento CMS Nutzung weltweit 2017

Das CMS überzeugt mit großer Skalierbarkeit und ist dank der flexiblen Systemarchitektur bestens geeignet für mehrsprachige Shops mit tausenden von Produkten für verschiedenste Regionen und Länger. PayPal und andere Zahlungsanbieter (wie beispielsweise Wirecard in Österreich) lassen sich out-of-the-box und somit ohne der Installation von Extensions oder Plugins einfach an das System anbinden. Seit Magento Version 2 (die sich im Vergleich zu Magento Version 1 quasi wie ein runderneuertes eCommerce-CMS gibt) gibt es fixe quartalsmäßige Updatetermine an denen sich Entwickler und Agenturen schon im Voraus anhalten können. So wurde am 26. September 2017 die Version 2.2 der eCommerce-Lösung veröffentlicht.

Magento 2 weist auch eine Backendkompatibilität für mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets) auf. Das bedeutet, dass man sich auch unterwegs in sein Shop-CMS einloggen und Einstellungen und Produkte anpassen und verändern kann. Das Backend ist generell übersichtlich und benutzerfreundlich nach verschiedenen themenspezifischen Bausteinen aufgebaut.

Updates lassen sich mit niedrigem Aufwand einspielen, was auch für Bugfixes und Sicherheitspatches gilt. Generell besteht eine große Deployment-Flexibilität und die modulare Softwarearchitektur erlaubt weitreichende Anpassungen an das Shopsystem, ohne den Kern der Software zu verändern. Erweiterungen sind seit Magento 2 in Module ausgelagert. Daher ist es möglich, Magento-Updates einzuspielen ohne individuelle Änderungen und Erweiterungen zu überschreiben.

SEO bei Magento

Auch für die Zwecke der Suchmaschinenoptimierung (SEO) weist Magento 2 eine benutzerfreundliche Programmstruktur auf. Alle für die OnPage-Optimierung notwendigen Merkmale wie sprechende URLs, Meta Titel, Meta Beschreibung sowie Einstellungen für XML Sitemap, robots.txt und URL-Rewrites lassen sich direkt in der Produktübersicht einstellen und optimieren. Außerdem kann man seine Google Analytics ID direkt im Backend eingeben und muss kein Plugin dafür installieren.   

Magento SEO Optionen

Ebenfalls hat sich rund um Magento in den vergangenen neun Jahren eine große Entwicklergemeinde gebildet. Bei Magento Connect gab vor der Überführung in den Magento Marketplace über 6.500 Extensions welche selbst exotische Ansprüche und Anforderungen abdeckten. Auf dem Magento Marketplace gab es zur Zeit der Koexistenz mit Magento Connect mit nur 1.889 Extensions eine deutlich geringere Zahl an Erweiterungen. Diese Zahl ist nach der Abschaltung von Magento Connect am 15. September 2017 allerdings rasch in die Höhe gegangen, derzeit (Stand: 6. November 2017) sind bereits 2.436 Extensions verfügbar. 

Magento Connect Marketplace

Es gibt Magento Plugins die bis zu 5.1000 USD (Connect-Module für SAP, AX, NAV, Dynamics 365, GP) kosten. Viele nützliche (bzw. sinnvolle) Plugins sind jedoch auch völlig kostenlos verfügbar oder sind mit einem vertretbaren Preis (10 – 300 USD) gelistet. So gibt es etwa Plugins welche die Performance des CMS steigern, z.B. Minify HTML/CSS/JS oder LazyLoader, den Kunden direkten Support bieten (z.B. Tawk.to Live Chat, Product Review Pro) aber auch Plugins welche den Kaufvorgang optimieren (z.B. One Step Checkout, Reward Points). Zusammengefasst stehen Plugins für jeden Einsatzbereich zur Verfügung, welche auch laufend weiterentwickelt und optimiert werden. 

WooCommerce CMS

WooCommerce (https://woocommerce.com/) ist ein Plugin für WordPress, welches derzeit in der Version 3.2.3. das beliebte und weltweit marktführende WordPress-CMS um die Funktionalitäten eines Onlineshops ergänzt. Wenn man auf die eCommerce-Statistiken von builtwith.com vertraut, wird es bei etwa 22% der größten eCommerce-Websites eingesetzt. Absolut gesehen gibt es derzeit (6. November 2017) mehr als zwei Millionen Websites weltweit, welche WooCommerce als Shop-CMS verwenden.

Das hat auch einen nachvollziehbaren Grund. Denn WooCommerce ist easy-to-use und einsteigerfreundlich. Wer schon einmal mit WordPress gearbeitet hat, wird sich auch in WooCommerce leicht zurechtfinden, da es sich direkt in der bekannten Benutzeroberfläche darstellt. Es ist völlig kostenfrei und lässt sich wie gewohnt in der Adminoberfläche von WordPress aus den Plugins heraus installieren und aktivieren.

WooCommerce Plugins Installation

Die Grundfunktionalitäten sind natürlich mit der Installation des Plugins gegeben. Wenn man diese Funktionalitäten erweitern will, muss man – wie von WordPress gewohnt – Plugins bzw. Extensions installieren. Hierbei sind für WooCommerce unzählige (größtenteils kostenlose) Extensions verfügbar. Eine Suche im Extensions-Store von WooCommerce ergibt derzeit (Stand 6. November 2017) 303 Extensions für verschiedenste Zwecke bzw. Einsatzgebiete. Diese umfassen u.a. die automatische Erstellung von PDF Rechnungen und Lieferscheinen, die Integration von PayPal, die Integration des beliebten Newsletter-Services MailChimp und viele andere hilfreiche und praktische Nutzen.

WooCommerce war historisch gesehen vor allem dann sinnvoll, wenn man eine überschaubare Anzahl an Produkten auf einem Kernmarkt (z.B. Österreich oder Deutschland) verkaufen wollte. Allerdings unterstützt es mittlerweile auch eine unlimitierte Anzahl von Produkten, somit sind keine Grenzen nach oben gesetzt. Wer seine WooCommerce-Instanz selber optimieren und weiterentwickeln will, dem steht eine umfassende Dokumentation und viele Tutorials (auch beispielsweise bei YouTube) zur Verfügung.

Plugins und Extensions bei WooCommerce

In Sachen Zahlungsanbieter bietet WooCommerce derzeit (auch durch die bereits erwähnte Installation von Plugins) Unterstützung für die am meisten verbreiteten Kreditkarten (u.a. Mastercard, Visa, American Express), zudem PayPal, Vorkasse und Sofortüberweisung. Außerdem gibt es mehr als 140 regionenspezifische Gateways und Schnittstellen, welche sich in WooCommerce integrieren lassen, darunter auch immer beliebtere Anbieter wie Stripe oder Amazon Payments. Die beliebtesten (und nützlichsten) Extensions werden auch direkt auf der Website von WooCommerce laufend kuriert und aktualisiert und es gibt auch eine Sektion mit den „Staff Favorites“ wie auf dem nachfolgenden Screenshot.  

WooCommerce Extensions

Vom technischen Standpunkt her bietet WooCommerce standardmäßig SSL-Support, das bedeutet, dass potentielle Kunden sicher über eine HTTPS-Seite shoppen und einkaufen können. Früher stand WooCommerce aufgrund der mangelnden Anpassungen an den deutschsprachigen Markt unter Kritik. Allerdings wirkt dem seit geraumer Zeit das kostenlose und unter GPLv3 lizenzierte Plugin WooCommerce Germanized entgegen. Mit der eingebauten REST API kann sich WooCommerce auch in jeden beliebigen Service integrieren. Die Shop-Daten können also von überall und jederzeit mit 100% Sicherheit abgerufen werden.

Fazit Magento vs. WooCommerce

Abschließend haben wir die wichtigsten Entscheidungspunkte für Magento und WooCommerce nochmals in einer Übersicht zusammengestellt:

 

Magento

WooCommerce

Preis

Freemium

Gratis

Benötigt Hosting

Ja

Ja

Unlimitierte Produkte

Ja

Ja

Extensions & Plugins

Ja

Ja

Customization

Ja

Ja

Analytics

Ja (out of the box)

Ja (mit Extensions)

Einsteigerfreundlich

Nein

Ja

Anleitungen & How-To’s

Ja

Ja

Wie man also sieht, trumpfen sowohl Magento als auch WooCommerce mit einer Vielzahl von positiven Argumenten auf. Wer eine WordPress-Webseite betreibt und diese mit einem Store ergänzen will, der wird naturgemäß wohl zu WooCommerce greifen. Magento hingegen überzeugt als Standalone-Produkt mit Flexibilität, Skalierbarkeit und einer Vielzahl von eingebauten Features wie etwa die out-of-the-box Anbindung an Zahlungsanbieter.

Wenn wir uns darauf festlegen müssten und eine Empfehlung für eines der beiden eCommerce-Systeme aussprechen, müssten, dann würde dieses folgendermaßen ausfallen: WooCommerce ist (derzeit noch) optimal für eCommerce-Einsteiger und kleinere Unternehmen, Magento hingegen für technisch anspruchsvollere KMUs und international agierende Unternehmen, welche ihre Waren eventuell auch in einem mehrsprachigen Webshop und in verschiedenen Ländern vertreiben wollen.

Jedoch verschwimmen die Grenzen zunehmend, da mittlerweile auch WooCommerce über eine große Erweiterbarkeit und Skalierbarkeit des Systems verfügt. Daher ist es im Grunde reine Geschmackssache, zu welchem Shop-CMS man ultimativ greift.

Wir von der Onlineagentur pro! sind dein Ansprech- und Umsetzungspartner für beide Lösungsansätze und freuen uns, dir in einem individuellen Gespräch die optimale Lösung für dein Unternehmen vorzuschlagen.

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2 Kommentare

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